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08.09.2015

Willi Stächele MdL auf Radtour in Willstätt

Von Günter Ferber

Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Willi Stächle führte der CDU-Gemeindeverband Willstätt am vergangenen Samstag seine schon traditionelle Radtour durch die Gemeinde durch. Mit dabei waren neben Bürgermeister Marco Steffens, Ortsvorsteher und Bürger der Gemeinde.  Los ging es am Pflegeheim " Am Pfarrgarten " in Willstätt, wo der CDU Gemeindeverbandsvorsitzende , Tobias Fahrner, die Gäste begrüße. Willi Stächele, dankte für die Einladung, die er gerne angenommen hat.  Eine Radtour, so Willi Stächele ist nicht nur gesund, sie bringt auch die Nähe zum Bürger. 

Peter Reimer, Prokurist des Pflegeheimes stelle den Gästen  die Pläne für den geplanten Neubau vor, dessen Spatenstich noch in diesem Jahr sein soll. Das dritte Gebäude in diesem Komplex (neben dem bereits existierenden Pflegeheim und dem betreuten Wohnen) soll eine Tagespflege, eine Kleingruppe für pflegebedürftige Menschen, die aber noch keine so intensive Pflege benötigten, wie dies im Pflegeheim der Fall ist, sowie eine junge Pflege beheimaten. Laut Peter Reimer, sind zwar nur 3 Prozent aller Pflegefälle unter 75 Jahre, aber diese haben andere Ansprüche als der obligatorische Pflegeheimbesucher der über 80 Jahre alt und häufig auch dement ist. Mit der „Jungen Pflege“, einem der ersten Häuser dieser Art im Ortenaukreis, soll diesem AnspruchRechnung getragen werden.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Thema Pflege aufgrund des demografischen Faktors in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird, aber leider noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. er, so Willi Stächele möchte sich dafür einsetzen, dass die Politik stärker den Fokus darauf wirft. Darauf angesprochen, ob der Mangel an Fachpersonal durch den Einsatz von Flüchtlingen gedeckt werden könnte, entgegnete Peter Reimer, dass dies bis auf wenige Einzelfälle nur mittelfristig nach einigen Jahren möglich sei, da zuerst Deutschkenntnisse und Fachkompetenz erworben werden müssen.

Die zweite Station waren dann die noch leer stehenden Wohnungen im Rathaus in Sand die bis Ende des Jahres umgebaut werden sollen, damit sie Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden können. Die drei Wohnungen (insgesamt 160 qm) würden sich ideal für Familien einigen. Jedoch, so Bürgermeister Marco Steffens, habe die Gemeinde auch in der Anschlussunterbringung keinen Einfluss darauf, welche Flüchtlinge man zugewiesen bekomme, weder was das Herkunftsland angehe noch ob es sich um Familien oder Einzelpersonen handelt.

Weiterhin erklärte Bürgermeister Marco  Steffens , dass momentan etwa 60 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht sind (in Gemeinde eigenen Gebäuden und privat) und demnächst 80 Flüchtlinge im Rahmen der Erstunterbringung ins ehemalige AKA-Motel in Sand einziehen werden. Das für die Erstunterbringung zuständige Landratsamt hat mit dem Eigentümer einen Mietvertrag abgeschlossen. Am Montag, dem 14.09.2015, wird darüber eine öffentliche Infoveranstaltung im Vereinsraum im ersten Obergeschoss in der Sander Halle stattfinden. Damit habe die Gemeinde momentan ihren Soll erfüllt, aber es wisse natürlich niemand, wie viele Flüchtlinge noch kommen werden.

Willi Stächele führte aus, dass er in der Bevölkerung ein anderes, kritischeres Stimmungsbild wahrnimmt als dies durch die Medien und unzähligen Talkshows transportiert werde. Die Hilfsbereitschaft für Menschen, die wirklich verfolgt werden, sei nach wie vor gegeben. Aber er könne es verstehen, wenn Menschen und Kommunen angesichts der weiter zunehmenden Welle an Flüchtlingen überfordert sind und Bedenken haben.

Wie, so Willi Stächle, es  zum Beispiel gelingen soll, in Sasbachwalden, einem beschaulichen Ort mit etwas über 2000 Einwohner, 500 Flüchtlinge von heute auf morgen zu integrieren, sei ihm ein Rätsel. Er habe diesbezüglich einen Brief an die Regierungspräsidentin geschrieben und wartet gespannt auf die Antwort.

Viele in der CDU, so Willi Stächele, finden am Schweizer Modell Gefallen, bei dem Flüchtlinge, die auch ohne nähere Prüfung keine Aussicht haben, dass ihr Asylantrag positiv entschieden wird (zum Beispiel  bei Herkunft aus dem Balkan) innerhalb von 48 Stunden wieder in ihr Heimatland zurück geschickt werden. So könne man sich auf die Menschen konzentrieren, die tatsächlich verfolgt werden.

Auch verstehe er nicht, warum einige Bundesländer, insbesondere Baden-Württemberg, kaum Migranten abschiebt, bei denen das Asylverfahren negativ beschieden wurde.

Nach kurzer Weiterfahrt mit dem Fahrrad wurde die Gruppe herzlichst von Brigitte Kaiser, Besitzerin des Kaiserhofes in Legelshurst, empfangen. Bei einem kleinen Rundgang über das Anwesen gab Brigitte Kaiser den Gästen einen Einblick in den Reiterhof.  Auf dem Reiterhof sind 55 Pferde untergebracht, um die sich artgerecht gekümmert wird. So sind die Pferde täglich mindestens drei Stunden im Freien, sei es auf Weiden oder wenn diese zu naß sind, auf einem der neun Allwetterpadocks. Die fünf Wohnungen, so Brigitte Kaiser ,die man zum Beispiel  für Reiterferien  mieten kann, sind hoffnungslos überbucht und sie sich mit bereits genehmigten Erweiterungsplänen beschäftigt. Anschließend konnte man bei gemütlicher Runde bei frisch Gegrilltem und kühlen Getränken die letzten Stunden Revue passieren lassen. Willi Stächele bedankte sich abschließend bei dem CDU Gemeindeverband Willstätt für die Organisation. Tobias Fahrner, dankte Willi Stächele für seine Teilnahme sowie den Betreibern des Pflegeheims und Brigitte Kaiser, dass man Gast sein durfte und über die jeweiligen Vorhaben informiert wurde.

Fotos: Daniel Ferber